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2005 Urantia Foundation. Alle Rechte vorbehalten.DAS URANTIA BUCHVORWORTVORWORTIN der Vorstellung der Sterblichen auf Urantia – so heißt eure Welt – herrschthinsichtlich der Bedeutung von Ausdrücken wie Gott, Göttlichkeit und Gottheit großeVerwirrung. Noch verwirrter und unsicherer sind die menschlichen Wesen hinsichtlichder Beziehungen zwischen den göttlichen Persönlichkeiten, die mit diesen zahlreichenAusdrücken bezeichnet werden. Wegen dieser Begriffsarmut, die mit so großerVerwirrung im Ideenbereich einhergeht, habe ich den Auftrag erhalten, dieseeinführenden Worte zu schreiben, um die Bedeutungen zu erklären, die bestimmten inden nachfolgenden Schriften gebrauchten Wortsymbolen beigemessen werden sollten.Diese Schriften in die englische Sprache Urantias zu übertragen, ist das Korps derWahrheitsoffenbarer von Orvonton ermächtigt worden.Bei unserem Bemühen, das kosmische Bewusstsein zu erweitern und die geistigeWahrnehmung zu steigern, fällt es uns äußerst schwer, breitere Konzepte undfortgeschrittene Wahrheit darzubieten, wenn wir uns dabei auf die Verwendung einerbestimmten Sprache der Welt beschränken müssen. Aber unser Auftrag gebietet uns,keine Mühe zu scheuen, um das von uns Gemeinte durch die Wortsymbole derenglischen Sprache zu vermitteln. Wir sind angewiesen worden, neue Bezeichnungen nurdann einzuführen, wenn sich im Englischen für das auszudrückende Konzept keinAusdruck findet, der diese neue Idee wenigstens teilweise oder sogar mit mehr oderminder verzerrtem Sinn vermitteln könnte.In der Hoffnung, allen Sterblichen, die diese Schriften aufmerksam lesen, dasVerständnis zu erleichtern und ihnen Verwirrung zu ersparen, halten wir es für klug, indieser Einführung einen Überblick über den Sinn zu geben, der zahlreichen Wörternbeigelegt werden sollte, die zur Bezeichnung der Gottheit und gewisser damitzusammenhängender Konzepte von Dingen, Bedeutungen und Werten der universellenRealität benutzt werden.Aber um dieses Vorwort von Definitionen und Terminologiebeschränkungen formulierenzu können, muss notwendigerweise der Gebrauch jener in den späteren Darlegungenverwendeten Ausdrücke vorweggenommen werden. Dieses Vorwort ist deshalb keine insich abgerundete Darstellung, sondern lediglich ein maßgeblicher Führer, der all denenhelfen soll, welche die begleitenden Schriften über die Gottheit und das Universum der

Universen lesen werden, die von einer zu diesem Zweck nach Urantia entsandtenKommission aus Orvonton verfasst wurden.Eure Welt, Urantia, ist nur einer von vielen ähnlichen bewohnten Planeten, die dasLokaluniversum von Nebadon bilden. Und dieses Universum bildet zusammen mitähnlichen Schöpfungen das Superuniversum von Orvonton, aus dessen Kapitale, Uversa,unsere Kommission stammt. Orvonton ist eines der sieben evolutionären Superuniversenvon Zeit und Raum, welche die Schöpfung göttlicher Vollkommenheit ohne Anfang undEnde – das Zentraluniversum von Havona – umkreisen. Im Herzen dieses ewigen undzentralen Universums befindet sich die stationäre Paradies-Insel, das geographischeZentrum der Unendlichkeit und die Wohnstätte des ewigen Gottes.Die sieben sich entwickelnden Superuniversen zusammen mit dem zentralen undgöttlichen Universum bezeichnen wir gewöhnlich als das Große Universum; das sind diejetzt organisierten und bewohnten Schöpfungen. Sie alle sind Teil des Alluniversums, dasauch die unbewohnten, aber in Mobilisierung begriffenen Universen des Äußeren Raumsumfasst.I. GOTTHEIT UND GÖTTLICHKEITDas Universum der Universen zeigt Phänomene von Gottheitsaktivitäten aufverschiedenen Ebenen kosmischer Realitäten, mentaler Bedeutungen und geistiger Werte,aber all dieses Wirken, sei es persönlicher oder anderer Natur, ist göttlich koordiniert.Die GOTTHEIT kann sich als Gott personifizieren, sie ist aber auch vorpersönlich undüberpersönlich auf eine dem Menschen nicht ganz begreifliche Art. Merkmal der Gottheitist ihre Eigenschaft der – verwirklichten oder potentiellen – Einheit auf allenübermateriellen Ebenen der Realität; und diese einigende Eigenschaft wird von denGeschöpfen am besten als Göttlichkeit verstanden.Die Gottheit funktioniert auf persönlichen, vorpersönlichen und überpersönlichenEbenen. Die totale Gottheit funktioniert auf den folgenden sieben Ebenen:1. Statisch – die in sich selber enthaltene und in sich selber existierende Gottheit.2. Potentiell – die aus sich selber heraus wollende und planende Gottheit.3. Assoziativ – die aus sich selber heraus personifizierte und göttlich brüderlicheGottheit.4. Kreativ – die sich selber austeilende und göttlich offenbarte Gottheit.5. Evolutionär – die aus sich selber heraustretende und mit dem Geschöpfidentifizierte Gottheit.

6. Suprem – die sich selber erfahrende und den Schöpfer mit dem Geschöpfeinigende Gottheit. Gottheit, die auf der ersten Ebene der Identifikation mit denGeschöpfen als oberste Zeit-Raum-Kontrollinstanz des Großen Universums funktioniertund manchmal als Suprematie der Gottheit bezeichnet wird.7. Ultim – die sich selber projizierende und Zeit und Raum transzendierendeGottheit. Die allmächtige, allwissende und allgegenwärtige Gottheit. Gottheit, die auf derzweiten Ebene des einigenden Ausdrucks der Göttlichkeit funktioniert als tatsächlichehöchste Kontrollinstanz und absonite Stütze des Alluniversums. Verglichen mit demWirken der Gottheiten im Großen Universum ist diese absonite Funktion imAlluniversum gleichbedeutend mit höchster universaler Kontrolle und Aufrechterhaltung.Sie wird manchmal Ultimität der Gottheit genannt.Die endliche Ebene der Realität ist gekennzeichnet durch das Geschöpfesleben und dieZeit-Raum-Beschränkungen. Endliche Realitäten nehmen unter Umständen kein Ende,aber sie haben immer einen Anfang – sie sind erschaffen. Die Gottheitsebene derSuprematie kann als eine Funktion verstanden werden, die zu endlichen Existenzen inBeziehung steht.Die absonite Ebene der Realität wird charakterisiert durch Dinge und Wesen ohneAnfang und ohne Ende und durch die Transzendierung von Zeit und Raum. Absoniterwerden nicht erschaffen; sie sind eventuiert – ganz einfach: sie sind. Die Gottheitsebeneder Ultimität bedeutet stets eine Funktion in Beziehung zu absoniten Realitäten. JedesMal, wenn irgendwo im Alluniversum Zeit und Raum überschritten werden, ist einderartiges absonites Phänomen ein Akt der Ultimität der Gottheit.Die absolute Ebene ist ohne Anfang und ohne Ende, zeit- und raumlos. Ein Beispiel: ImParadies gibt es weder Zeit noch Raum; der Zeit-Raum-Status des Paradieses ist absolut.Diese Ebene wird durch die Gottheiten des Paradieses in der Trinität existentiell erreicht,aber diese dritte Ebene einigenden Ausdrucks der Gottheit ist im Erfahrungsmäßigennicht gänzlich geeint. Wann, wo und wie immer die absolute Ebene der Gottheitfunktioniert, manifestieren sich absolute Werte und Bedeutungen des Paradieses.Die Gottheit kann existentiell sein wie im Ewigen Sohn; erfahrungsmäßig wie imSupremen Wesen; assoziativ wie im Siebenfachen Gott; ungeteilt wie in der ParadiesTrinität.Die Gottheit ist der Ursprung alles Göttlichen. Die Gottheit ist in charakteristischer undunveränderlicher Weise göttlich, aber alles, was göttlich ist, ist nicht notwendigerweiseGottheit, obwohl es mit der Gottheit koordiniert sein und nach irgendeinem geistigen,verstandesmäßigen oder persönlichen Stadium der Einheit mit der Gottheit streben muss.GÖTTLICHKEIT ist die charakteristische einigende und koordinierende Eigenschaft derGottheit.

Göttlichkeit kann von den Geschöpfen als Wahrheit, Schönheit und Güte erfasst werden;in der Persönlichkeit ist sie korreliert als Liebe, Barmherzigkeit und Dienen; aufunpersönlichen Ebenen offenbart sie sich als Gerechtigkeit, Macht und Souveränität.Göttlichkeit kann vollkommen – vollständig – sein wie auf den existentiellen undSchöpferebenen paradiesischer Vollkommenheit; sie kann unvollkommen sein wie aufden Erfahrungs- und Geschöpfesebenen der Zeit-Raum-Evolution; oder sie kann relativ –weder vollkommen noch unvollkommen – sein wie in Havona auf gewissen Ebenenexistentiell-erfahrungsmäßiger Beziehungen.Wenn wir versuchen, uns die Vollkommenheit in allen Phasen und Formen vonRelativität vorzustellen, begegnen wir sieben möglichen Typen:1. Absolute Vollkommenheit in jeder Hinsicht.2. Absolute Vollkommenheit in einigen Phasen und relative Vollkommenheit in jederanderen Hinsicht.3. Absolute, relative und unvollkommene Aspekte in verschiedener Verbindung.4. Absolute Vollkommenheit in einigen Beziehungen, Unvollkommenheit in allenanderen.5. Absolute Vollkommenheit in keiner Richtung, relative Vollkommenheit insämtlichen Manifestationen.6. Absolute Vollkommenheit in keiner Phase, relative Vollkommenheit in einigenPhasen, Unvollkommenheit in anderen.7. Absolute Vollkommenheit in keiner Eigenschaft, Unvollkommenheit in allen.II. GOTTDie sich entwickelnden menschlichen Geschöpfe verspüren einen unwiderstehlichenDrang, ihre endlichen Gottesvorstellungen in Symbolen auszudrücken. Das Bewusstseindes Menschen von sittlicher Pflicht und sein geistiger Idealismus stellen eine Wertebene– eine erfahrungsmäßige Realität – dar, die schwer zu symbolisieren ist.Kosmisches Bewusstsein schließt die Erkenntnis einer Ersten Ursache, der einzigen undalleinigen nicht verursachten Realität, ein. Gott, der Universale Vater, wirkt auf dreiGottheit-Persönlichkeit-Ebenen unter-unendlichen Wertes und relativen Ausdrucks vonGöttlichkeit:1. Vorpersönlich – wie im Dienst der Vaterfragmente, zum Beispiel derGedankenjustierer.

2. Persönlich – wie in der evolutionären Erfahrung erschaffener und gezeugterWesen.3. Überpersönlich – wie in den eventuierten Existenzen gewisser absoniter undverwandter Wesen.GOTT ist ein Wortsymbol, das alle Personifizierungen der Gottheit bezeichnet. DerAusdruck erfordert auf jeder persönlichen Ebene der Gottheitsfunktion eine andereDefinition und muss innerhalb jeder dieser Ebenen noch näher umschrieben werden, daer zur Bezeichnung der verschiedenen koordinierten und subordiniertenPersonifizierungen der Gottheit benutzt werden kann, wie zum Beispiel derSchöpfersöhne des Paradieses – der Väter der Lokaluniversen.Man kann den Begriff Gott, so wie wir ihn verwenden, verstehen:Aus der Bezeichnung – als Gott, den Vater.Aus dem Zusammenhang – wenn er bei der Besprechung irgendeiner Gottheitsebene oder-vereinigung verwendet wird. Wenn hinsichtlich der genauen Interpretation des WortesGott Zweifel bestehen, ist es ratsam, es auf die Person des Universalen Vaters zubeziehen.Der Begriff Gott beinhaltet immer Persönlichkeit. Der Begriff Gottheit kann sich, oderauch nicht, auf göttliche Persönlichkeiten beziehen.Das Wort GOTT wird in diesen Schriften in den folgenden Bedeutungen gebraucht:1. Gott der Vater – Schöpfer, Überwacher und Erhalter. Der Universale Vater, dieErste Person der Gottheit.2. Gott der Sohn – Koordinierter Schöpfer, Geist-Überwacher und GeistigerVerwalter. Der Ewige Sohn, die Zweite Person der Gottheit.3. Gott der Geist – Mit-Vollzieher, Universaler Integrierer und Verleiher desVerstandes. Der Unendliche Geist, die Dritte Person der Gottheit.4. Der Supreme Gott – der sich verwirklichende oder sich entwickelnde Gott vonZeit und Raum. Persönliche Gottheit, die in Zeit und Raum auf assoziativem Wege dieerfahrungsmäßige Vollendung der Identität des Geschöpfs mit dem Schöpferverwirklicht. Das Supreme Wesen macht als der sich entwickelnde und erfahrungsmäßigeGott der evolutionären Geschöpfe von Zeit und Raum persönlich die Erfahrung, dieEinheit der Gottheit zu erreichen.5. Der Siebenfache Gott – Gottheits-Persönlichkeit, die tatsächlich überall in Zeitund Raum wirkt. Die persönlichen Paradies-Gottheiten und ihre Mit-Schöpfer, die innerund außerhalb der Grenzen des Zentraluniversums wirken und auf der ersten

Geschöpfesebene einigender Gottheitsoffenbarung in Zeit und Raum als SupremesWesen an der Macht-Persönlichkeits-Synthese arbeiten. Diese Ebene, das GroßeUniversum, ist die Sphäre des zeitlich-räumlichen Niedersteigens der ParadiesPersönlichkeiten und des mit ihm verbundenen Gegenstücks des zeitlich-räumlichenEmporsteigens der evolutionären Geschöpfe.6. Der Ultime Gott – der eventuierende Gott der Über-Zeit und des transzendiertenRaums. Die zweite erfahrungsmäßige Ebene einigender Gottheitsmanifestation. DerUltime Gott beinhaltet erreichte Verwirklichung der Synthese von absonitüberpersönlichen, Zeit und Raum übersteigenden und eventuiert-erfahrungsmäßigenWerten, die auf finalen schöpferischen Ebenen der Gottheitsrealität koordiniert sind.7. Der Absolute Gott – der Erfahrungsgott transzendierter überpersönlicher Werteund göttlicher Bedeutungen, jetzt existentiell als das Gottheit-Absolute. Dies ist die dritteEbene einigenden Ausdrucks und einigender Expansion der Gottheit. Auf dieserüberschöpferischen Ebene erfährt die Gottheit die Erschöpfung des personifizierbarenPotentials, stößt auf die Vollendung der Göttlichkeit und büßt die Fähigkeit ein, sichselbst auf sukzessiven und fortschreitenden Ebenen andersartiger Personifizierung zuoffenbaren. Die Gottheit stößt jetzt auf das Eigenschaftslose Absolute und erfährt ihreIdentität mit ihm.III. DER ERSTE ZENTRALE URSPRUNGDie totale unendliche Realität ist existentiell in sieben Phasen und als sieben koordinierteAbsolute:1. Der Erste Zentrale Ursprung.2. Der Zweite Zentrale Ursprung.3. Der Dritte Zentrale Ursprung.4. Die Paradies-Insel.5. Das Gottheit-Absolute.6. Das Universale Absolute.7. Das Eigenschaftslose Absolute.Gott als Erster Zentraler Ursprung ist in Beziehung zur totalen Realität uranfänglich –ohne jede Einschränkung. Der Erste Zentrale Ursprung ist sowohl unendlich als auchewig und deshalb lediglich durch den Willen begrenzt oder bedingt.Gott – der Universale Vater – ist die Persönlichkeit des Ersten Zentralen Ursprungs undübt als solche eine beständige persönliche und unendliche Kontrolle über alle

koordinierten und subordinierten Ursprünge und Zentren aus. Diese Kontrolle istpotentiell persönlich und unendlich, auch wenn sie infolge der Vollkommenheit derArbei